Schwerefestpunkte (SFP)

Ausdruck vom 21. Mai 2019 07:43:21 MESZ

https://www.lgl-bw.de/lgl-internet/opencms/de/07_Produkte_und_Dienstleistungen/Geodaten/AFIS-Festpunkte/Schwerefestpunkte_xSFPx/index.html


Schwerefestpunkte (SFP)

Informieren Sie sich hier über Schwerefestpunkte (SFP) und deren Bestellmöglichkeit beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg:

 

Allgemeine Informationen

Qualitätsmerkmale Schwerefestpunktfeld

Technische Merkmale Schwerefestpunktfeld

Preisinformation

Kontakt und Bestellmöglichkeit

 

 

Wenn es auf die Schwere ankommt...
Wenn es auf die Schwere ankommt...

Allgemeine Informationen

 

Alle Vermessungen, die auf Dauer von Bestand sein sollen, müssen in einen übergeordneten Rahmen eingepasst werden. Er ist Voraussetzung für die zusammenhängende Darstellung des Landesgebietes in Karten und dient als Grundlage für die topographische Landesaufnahme, für Liegenschaftsvermessungen, für ausgedehnte Vermessungsarbeiten öffentlicher und privater Stellen sowie für Wissenschaft und Forschung. Aufgabe der Landesvermessung ist unter anderem, geeignete Bezugspunkte für Lage-, Höhe- und Schweremessungen auf der Erdoberfläche zu bestimmen.

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung aktualisiert laufend die Festpunktfelder und hält die Ergebnisse der Landesvermessung für die Nutzer bereit. Die Daten der Schwerefestpunkte können für ganz Baden-Württemberg beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung bezogen werden.

 

 

Wirkung der Schwere
Wirkung der Schwere

Neben dem Lage- und Höhenfestpunktfeld ist das Schwerfestpunktfeld die dritte geodätische Grundlage. Es überdeckt mit vermarkten Schwerefestpunkten (SFP) das ganze Land und ist in einem einheitlichen, bundesweiten Bezugssystem eingebunden. Aufgabe der Schweremessung ist die Bestimmung der Schwerkraft an der Erdoberfläche. Mit Hilfe der Schweremessungen und unter Berücksichtigung der Lage- und Höhenvermessungen lassen sich genaue Aussagen über die wahre Erdgestalt ableiten.

Schweremessungen geben auch Auskunft über die unterschiedliche Massenverteilung im Untergrund. Sie liefern wichtige Ausgangsinformationen für geowissenschaftliche Untersuchungen wie z.B. für Lagerstättenforschung und Erdkrustenbewegungen. Mit Hilfe von Gravimetern höchster Präzision werden Schwereunterschiede zwischen den einzelnen Punkten ermittelt. Dabei können Schwereunterschiede festgestellt werden, die sich bereits bei Höhendifferenzen von wenigen mm ergeben.

 

 

Qualitätsmerkmale Schwerefestpunktfeld

 

 Schweresystem   Deutsches Hauptschwerenetz 1982

 Deutsches Hauptschwerenetz 1996

 

 Kurzbezeichnung 

 

 DHSN82  DHSN96

 Bestandteile 

 

 DSGN76 + die Schwerenetze 1. Ordnung

 der alten Bundesländer

 DSGN94 + die Schwerenetze 1. Ordnung

 der Bundesländer

 Übergeordnetes

 Schwerenetz                   

 

 Deutsches Schweregrundnetz 1976

 (DSGN76)

 Deutsches Schweregrundnetz 1994

 (DSGN94)

 Schwereniveau und

 Maßstab 

 

 Festlegung und Sicherung durch das 

 DHSN82

 Festlegung und Sicherung durch das

 DHSN96

 Genauigkeit 

 

 8 µGal  2 - 4 µGal

 Schwere 

 

 Betrag der Fallbeschleunigung im

 Erdschwerefeld              

 

 Punktanzahl BW,

 1. bis 3.Ordnung 

 

 ca. 7000 / geplant ca. 10000  

 Höhenbezug 

 

 DHHN12  DHHN92

 Bezeichnung der

 Punkte 

 

 Schwerefestpunkte (SFP)  

 Punktdichte BW,

 1. bis 3. Ordnung

 

 1 SFP auf 5 km²  

 Einrichtung, Erhaltung,

 Erneuerung durch 

 

 Landesamt für Geoinformation und  Landentwicklung

 

 Vermarkung 

 

 In der Örtlichkeit zugänglich, dauerhaft auf

 horizontalen Flächen von Bauwerken, i.d.R.

 Stehniet

 

 Maßeinheit 

 

 Dimension der Schwere g: m/s² oder Gal

 (1 Gal = 1 cm/s²; 1µGal = 10nm/s²)

 

 Differenz der

 Schweresysteme 

 

 DHSN96 - DHSN82 = -19µGal  

 

 

Technische Merkmale Schwerefestpunktfeld

 

Bedeutung der Schweremessung:

 

• Bestimmung der Erdfigur.
• Bestimmung einer Bezugsfläche für Höhensysteme.
• Bereitstellung von Grunddaten zur Reduktion von Messdaten.
• Bereitstellung von Daten zur Erforschung des Aufbaus der Erde und ihre Massenverteilung.
• Bereitstellung von Daten zur Erforschung der Bewegung der Erdkruste. 
  

Beeinflussung der Lotrichtung durch Dichteanomalien im Untergrund
Beeinflussung der Lotrichtung durch Dichteanomalien im Untergrund

Zwar läßt sich die Erde sehr gut durch ein Rotationsellipsoid approximieren, jedoch tragen neben der Massenanziehung und Fliehkraft die unregelmäßige regionale und lokale Massenverteilung und der unterschiedliche Aufbau der Erdkruste dazu bei, dass der tatsächliche Erdkörper von der Form eines Ellipsoides abweicht. Schwereänderungen in jedem Punkt der Erde haben zur Folge, dass die Lotrichtung variiert (Lotabweichung). Und da geodätische Messinstrumente immer mit Hilfe von Libellen in Richtung der Schwerkraft, der Lotlinie, aufgestellt werden, führt die Nichtbeachtung der Schwereverhältnisse zu fehlerhaften oder zumindest zu ungenauen Ergebnissen.

Fazit: Ohne ihre Kenntnis sind keine genauen und umfassenden Nivellements möglich.

Geoid als geophysikalische Bezugsfläche
Geoid als geophysikalische Bezugsfläche

 

 

 

Insbesonders bei Höhenmessungen muss deshalb eine Bezugsfläche gewählt werden,

die in jedem ihrer Punkte senkrecht zu der jeweiligen Lotrichtung verläuft. Ideal wäre die Fläche ruhender Ozeane, weil sie sich nach Maßgabe der Schwerkraft ausbilden.

Wenn man sich diese Wasserfläche anschaulich auch unter den Kontinenten fortgesetzt denkt, erhält man eine von den Schwereeinflüssen geprägte Erdform.

Sie wird in Anlehnung an das griechische Wort für Erde als das Geoid bezeichnet und als eigentliche Figur der Erde betrachtet.

Das Geoid stellt somit die ideale physikalische Höhenbezugsfläche für die Landesvermessung dar.

Prinzipskizze eines Relativgravimeters
Prinzipskizze eines Relativgravimeters

 

 

 

Durch feldtaugliche Feinmessgeräte für Schweremessungen, den Gravimetern, ist es möglich, Schwerenetze in höchster Genauigkeit zu bestimmen. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Federwaage. Es werden Schweredifferenzen gemessen, weshalb die Geräte als Relativgravimeter bezeichnet werden.

Absolute Schwerewertbestimmungen sind durch Messung der Fallbeschleunigung eines Körpers möglich. Die Geräte dafür werden Absolutgravimeter genannt. Die Messung läuft labormäßig ab.

Auf Antrag führt das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung individuelle Schweremessungen nach Angabe des Interessenten aus.

Schwerenetz Baden-Württemberg 1.Ordnung
Schwerenetz Baden-Württemberg 1.Ordnung

 

 

 

Die Schwerewerte werden in Schwerenetzen auf einheitlichem Niveau zusammengefasst.

Das Schwerefestpunktfeld von Baden-Württemberg ist in drei Ordnungen gegliedert und umfasst nach vollständiger Einrichtung ca. 10 000 Schwerefestpunkte (SFP).

Die einzelnen Punkte sind vermarkt und z. T versichert.

Ähnlich wie beim Höhenfestpunktfeld werden die Informationen in verschiedenen Unterlagen geführt. Der wichtigste Nachweis ist die Kartei der SFP. Dort sind die SFP unter der Punktbezeichnung mit Schwere-, Höhen- und Lageangabe, Vermarkungsart, Beschreibung und sonstigen Hinweisen aufgeführt. Eine Einmessungsskizze und ein Photo der Messsituation ergänzt die Darstellung.

Die Schwerefestpunkte werden jedem Interessenten auf Antrag zur Verfügung gestellt.

 

 

Preisinformation

 

Auszug aus der Verwaltungsvorschrift (VwVNutzGeo vom 23.04.2009):

II Produktbereiche
Teil A
Geobasisdaten der Grundlagenvermessung (Seite 16 ff.)


...

1.1 AFIS® - Standardausgaben/ - Auszüge
Der Basisbetrag für die Bereitstellung von Standardausgaben bzw. Auszügen aus Festpunktunterlagen ist der Tabelle A.1 zu entnehmen. 
 

 Ausgabe / Produkt    € / Produkt
 Einzelnachweis  (einschließlich Punktbeschreibung)  10
 Auszüge aus analogen Festpunktunterlagen  (bis einschließlich DIN A3)  10

 

Das anfallende Bereitstellungsentgelt berechnet sich aus dem gewählten Ausgabe/Produkt multipliziert mit der Anzahl der Einzelnachweise oder Auszüge und dem o.g. Basisbetrag. Mit diesem Bereitstellungsentgelt ist die interne Nutzung an bis zu 5 Arbeitsplätzen abgedeckt. Für eine weitergehende Nutzung ist das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung zu kontaktieren.

Hinweis: alle Entgeltangaben netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.

 


 

 

Kontakt und Bestellmöglichkeit

 

Kundenberatung zu den Schwerepunkten:

Tel.: 0711 95980 - 218

 

Die Bestellung kann per Fax oder E-Mail beim

Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg erfolgen:

Fax: 0711 95980-708
E-Mail: geodaten@lgl.bwl.de