Kulturlandschaft

Ausdruck vom 21. September 2019 02:20:40 MESZ

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Flurneuordnung für die Kulturlandschaft

Historische Kulturlandschaft entwickeln

Noch heute finden sich in Baden-Württemberg historische Kulturlandschaften, die Zeugnisse des Wirtschaftens und Gestaltens früherer Generationen sind. Beispielsweise Hohlwege, Lesesteinhaufen, alte Einzelbäume, Feldkreuze, Brunnen, Stufenraine, Weinberge, Wiesenbewässerungssysteme, Grenzsteine und Alleen prägen in hohem Maße die Eigenart und den Charakter unserer Landschaft. Daher ist es ein Ziel der Flurneuordnung, dieses wertvolle kulturelle Erbe zu bewahren und weiter zu entwickeln.

 

Die sanfte Weiterentwicklung der Wirtschaftsstrukturen dient auch dem Erhalt historischer Kulturlandschaften. Denn wenn es nicht gelingt die Flächen in der Bewirtschaftung zu halten, verwalden sie über kurz oder lang.
 

Streuobstwiese
Streuobstwiese

Der positive Effekt: Viele Menschen schätzen die Erholung in der Natur und verbinden mit unserer Kulturlandschaft ein einzigartiges Stück Heimat. Die Funktion einer Landschaft als Kulturraum und Dokument des Kulturerbes zählt zu den Ökosystemleistungen.

 

Praxisbeispiel
Flurneuordnung "Kernen i.R. - Stetten (Kammerforstheide)"

Viele Streuobstwiesen in Baden-Württemberg sind akut bedroht. Da die Bewirtschaftung nicht mehr rentabel ist, nimmt das Interesse an der Nutzung immer weiter ab. So auch in der Gemeinde Kernen im Remstal. Im Gemarkungsteil Kammerforstheide waren bereits 1/3 der Flächen stark verwildert und zugewachsen, der Obstbaumbestand war überaltert, ein Baumschnitt fehlte seit Jahren. Zudem war die Erschließung unzureichend. Die sehr schmalen, langen und oft auch steilen Grundstücke erschwerten die Bewirtschaftung zusätzlich. Dieser Entwicklung wollte die Gemeinde Kernen entgegenwirken und regte zusammen mit der Interessensgemeinschaft Streuobst Kernen e.V. (IG Streuobst) 2009 ein Flurneuordnungsverfahren an.
Umgesetzte Maßnahmen:

  • Erschließung der Streuobstgrundstücke
  • Förderung der Schafbeweidung
  • Anlage von Trockenmauern
  • Pflanzung von 170 Obstbaumhochstämmen
  • Entfernung von rund 500 standortfremden Bäumen zur Freilegung der zugewachsenen Streuobstwiesen
vorher
vorher
nachher
nachher

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gartenrotschwanz ist eine typische Art der Streuobstwiesen und auf strukturreiche Kulturlandschaft angewiesen.

Weitere Informationen:


Streuobstportal Baden-Württemberg (Externer Link)